…heißt, täglich eine neue Stadt, täglich ein neues Hotel, neues Theater oder neue Halle, täglich neue Bühnenwege einprägen, rechtzeitig von der Garderobe den richtigen Aufgang zu finden, um beim Stichwort auf der Bühne zu sein und seinen Text und die Choreographie zu können..um anschließend nach Show-Ende sich wieder abzuschminken, rein in den Bus und zum Hotel zu fahren, ein bißchen lesen, etwas essen oder noch eine kleine Unterhaltung mit den netten Kollegen und dann ins Bett, um möglichst viel zu schlafen, denn am nächsten Tag geht’s früh los..zur neuen Stadt, neuem Hotel, neues Theater…
Tourneeleben heißt auch: nötige Selbstdisziplin, die eigene Energie einzuschätzen – wieviel kann ich in der jeweiligen Stadt herumlaufen, um abends nicht müde zu sein, denn als Künstler habe ich eine Verantwortung gegenüber meinem Publikum, welches sich auf einen schönen Abend freut und Geld für Karten bezahlt haben, auch wenn ich die 50igste Show habe, sehe ich es als Selbstverständlich, die gleiche 100%ige Leistung und Energie zu gewährleisten, wie bei der 1. Show am Beginn der Tournee.
Das bedeutet auch, ich muss mich als Solistin um die Gesundheit meiner Stimme und meine körperliche Fitness kümmern. Im Tourbus und in den Hotelzimmern soll idealerweise die Heizung nicht zu hoch eingestellt sein, gerade im Winter ein großes Problem, da die Schleimhäute des Sängers sonst austrocknen und dies massive Auswirkungen auf die Stimme hat.
Die Töne schwingen nicht mehr so leicht, auch optische Nebeleffekte auf der Bühne sind eine große Herausforderung, damit zu singen (ganz abgesehen, muss man sich oft mit dem Effekt- und Lichttechniker auseinandersetzen, der immer noch mehr Nebel auf die Bühne pustet und dieses Problem als Einbildung der Sänger tituliert..Nix für ungut😊)
Stimmhygiene bedeutet bestimmte Utensilien dabei zu haben, um vorzubeugen, daß die Stimme bei Kräften bleibt, genügend Schlaf! Ist extrem wichitg für die Stimme, auch welches Essen und vor allem wann – nicht zu viel und auch nicht direkt vor der Show und nicht zu fett und zu schwer. Das belastet bei der sogenannten „Stütztechnik des singens“, auch ist es entscheidend sich genau die Zeit einzuteilen, ab wann sich langsam körperlich aufzuwärmen, leichte Stimmübungen (jeder Sänger hat seine Methode). Ich persönlich spreche in den letzten 2-3 Stunden vor Showbeginn möglichst wenig.
Wenn der tägliche Soundcheck vorbei ist, der gewöhnlich 2 Stunden vor Beginn stattfindet, fokusiert sich die Konzentration – und man kontrolliert seine Requisiten, schminken, Haare/Perücken richten, das anlegen des Headset/Mikrofon ankleben, Kostüm anziehn – nochmal Wege gedanklich durchgehen – allen Kollegen eine schöne Show wünschen, durchatmen, höchste Konzentration..: bis es aus dem Backstage- Lautsprecher dezent heißt: 5 Minuten bis zu Showbeginn und dann die ersten Takte der Musik ertönen..und ich ins Rampenlicht trete…